Von Deutschland nach Südafrika, alleine mit dem Motorrad: 6 Monate, 18 Länder (oder 20 mit Deutschland und Frankreich), unzählige Grenzen, Wüsten, Dschungel und Begegnungen, die die Reise immer wieder in neue Richtungen gelenkt haben. Diese Seite ist soll die Route so festhalten, wie ich sie erlebt habe. Es gibt ein paar Einblicke in Geschichten, Fakten und Erkenntnisse. Die passende YouTube-Folge findest du direkt bei jeder Station. Hinweis: Ich schildere hier meine Erfahrungen. Gegebenheiten vor Ort können sich jederzeit ändern und ich empfehle vor der Planung einer solchen Reise aktuelle Informationen einzuholen.
Station 1
Marokko war das erste Land in Afrika und der Moment in dem die Reise für mich real wurde. Ich bin die Tage zuvor bereits von Deutschland, durch Frankreich und per Fähre nach Marokko gefahren und auf einmal war ich in Afrika! Hier habe ich die ersten echten Herausforderungen der Tour gemeistert und dabei Kontakte geknüpft, die alles verändert haben. Ich reise durch interessante Landschaften, trinke Espresso mitten im Nirgendwo und esse unfassbar gutes Essen! Außerdem lerne ich auf den langen Etappen durch Marokko schnell auf welche Dinge es bei langen Motorradfahrten ankommt. Komfort wird immer wichtiger, sodass ich hier einiges nachbessere.
Eine kleine Story am Rande: Ich versuche in Marokko eine Lenkererhöhung aufzutreiben um besser zu sitzen. Allerdings gestaltet es sich als schwierig in angemessener Zeit Teile aufzutreiben. Als ich schon fast aufgeben will, hat tatsächlich der Gastgeber einer Unterkunft die passenden Teile einfach rumliegen. Er hatte nämlich bis vor kurzem das gleiche Motorrad wie ich. Er überreicht sie mir gratis und mit den Worten "If I leave it at my bike while selling it, it will be taken for granted. So I kept them for a moment like this." Und er behielt recht. Ich nehme dieses Geschenk absolut nicht selbstverständlich und empfinde große Dankbarkeit. Spätestens seit diesem Moment verfolgt mich eine Art von Glück, welche ich gerne als "Serendipität" bezeichnen möchte.
Fakten
Learning
Vertrauen in mich selbst und in Fremde: Mein Learning aus Marokko ist Loszulassen, was ich geplant hatte und darauf zu vertrauen, dass sich der richtige Weg zeigen wird. Die geschenkte Lenkererhöhung eines wildfremden Gastgebers war der erste von vielen Momenten dieser Art und der Beginn einer Serendipität, die mich seitdem durch die ganze Reise begleitet hat.
Station 2
Nach Marokko ging es weiter in die Sahara. Ich fuhr über mehrere Tage quer durch Mauretanien. Ich hatte kaum Internet, es gab starken Wind und Sand so weit das Auge reicht. Eine der ersten intensiven Etappen der Reise: Es ging weiter ins Ungewisse und die Tatsache dass ich mitten in der berühmten Sahara bin war ein verrücktes Gefühl. Ich darf in einem Dorf mitten in der Wüste bei der Gendarmerie übernachten, weil ich kein Hotel finden kann und werde überall freundlich begrüßt. Ich fahre mir den ersten platten Reifen der Reise und habe wieder direkt Glück, dass dies erst über Nacht in meiner Unterkunft in Nouakchott auffällt. Der Nachbar gegenüber hilft mir direkt bei der Reparatur. Ist das noch Zufall?
Fakten
Learning
Stille aushalten: Ohne Netz, ohne Ablenkung, nur Wind und Sand. Mauretanien hat mir gezeigt, wie Klarheit entstehen kann, wenn nichts mehr ablenkt. Die Ungewissheit wurde nicht kleiner, aber ich habe gelernt, mit ihr zu fahren statt gegen sie. Und wieder war da ein Zufall, der langsam keiner mehr zu sein scheint; dieses mal in Form eines Nachbarn, der einfach hilft.
Station 3
Nach der Wüste sehe ich endlich wieder Grün! Senegal war ein echtes Kontrastprogramm und ich freue mich über die Vogelvielfalt und die bunte Vegetation. Ich habe schnell neue Bekanntschaften geschlossen und über einen unglaublichen Kontakt kam sogar meine Drohne dazu. In Dakar kann ich einige wichtige logistische Themen klären, lasse die Geländereifen aufziehen und bin bereit für Westafrika! Dakar ist ein großer Meilenstein, der Ort ist immerhin berühmt für seinen Namen. Eine Story am Rande: Direkt auf dem Weg zur Grenze habe ich mein Handy verloren. Es ist mir aus dem Tankrucksack gefallen und lag mitten auf der Schotterpiste, welche ich befahren habe. Ich bin mehrere Kilometer zurückgefahren, habe es mit der "Wo ist" Funktion mit meinem Zweithandy gesucht und habe es glücklicherweise heile wiedergefunden! Einer der ersten großen Schreckmomente der Reise.
Fakten
Learning
Ruhe bewahren statt Panik: Dass ich mein Handy auf dem Weg wiedergefunden habe lag (zumindest zu einem Teil) auch daran, dass ich nicht gleich aufgegeben habe es zu suchen. Senegal hat mir gezeigt, dass sich ein Rückschlag oft lösen lässt, wenn man die Mittel nutzt, die man hat, statt sich dem ersten Schreck hinzugeben. Witzigerweise hatte ich so auch wieder eine neue Geschichte zu erzählen
Station 4
Ursprünglich wollte ich Gambia umfahren. Ich entschied mich dann doch spontan das Land zu besuchen und habe es nicht bereut! In diesem kleinen Land erlebte ich Afrika von der schönsten Seite. Ich habe mich direkt mit den Locals vor Ort angefreundet und ein paar Tage länger als geplant direkt am Strand verbracht. Ich verstehe mich super mit den Locals und fühle mich schnell als Teil einer kleinen Gemeinschaft. Außerdem treffe ich hier Marc wieder und wir entscheiden uns eine Weile gemeinsam weiterzufahren.
Fakten
Learning
Spontanität lohnt sich: Gambia stand nicht wirklich auf dem Plan. Ich hätte es auch umfahren können. Der spontane Umweg wurde zu einer der schönsten Etappen der ganzen Reise. Manchmal sind es genau die ungeplanten Entscheidungen, die am meisten geben.
Station 5
Auch Guinea-Bissau lag nur optional auf meiner Route, aber einreisen wollte ich trotzdem. Ich habe also wieder Zeit investiert um ein Land zu besuchen, welches nicht auf der direkten Route liegt, aber vielversprechend klingt. Ich erfahre die Herzlichkeit der Menschen und entdecke einsame Inseln. Auf der Bootsüberfahrt vom Festland nach Bolama verschieben sich die Grenzen zwischen dem was ich für machbar halte und was tatsächlich möglich ist wenn viele Menschen zusammen anpacken. Das man hier nicht sagt, dass Sachen nicht passen oder nicht gehen habe ich schnell verstanden. Auf dem Weg zum Boot haben andere Fahrgäste ungefragt mit angepackt um mein Motorrad auf das Boot zu hieven. Das Video davon ist unbezahlbar!
Fakten
Learning
Gemeinsam ist mehr möglich als gedacht: Die Überfahrt nach Bolama hat mir gezeigt, wie viel sich bewegen lässt, wenn viele Menschen zusammenkommen. Guinea-Bissau war der Beweis, dass sich Umwege abseits der direkten Route fast immer lohnen.
Station 6
Die Einreise von Guinea-Bissau nach Guinea ist spannender als erwartet. Der Weg zur Grenze führt über fragwürdige Wege und mitten in das nächste Abenteuer. Es geht durch den Dschungel und über sehr schmale Holzwege. Außerdem komme ich viel später am abend an als geplant und nehme die Gastfreundschaft eines Locals in Anspruch. Dass mich der Weg zu seinem zu Hause so viel Energie kosten würde hatte ich jedoch nicht erwartet. Mit Guinea erlebe ich das erste Land auf meiner Reise, mit dem ich nicht sofort klarkomme. Ich bin erstmals von der Hitze überwältigt, die Sprachbarriere ist größer als erwartet und ich bekomme Magenprobleme wegen dem Essen. Ich entscheide mich trotzdem einige Ecken des Landes zu erkunden und entdecke schöne Wasserfälle, Seen und abgelegene Regionen. Dennoch verlasse ich das Land früher als geplant.
Fakten
Learning
Nicht jedes Land muss sich sofort richtig anfühlen: Guinea war das erste Land auf der Reise, mit dem ich nicht auf Anhieb klarkam. Hitze, Sprachbarriere und Magenprobleme waren große Hindernisse. Ich habe gelernt, dass ein früherer Abschied kein Scheitern ist, sondern manchmal einfach die richtige Entscheidung.
Station 7
Schon an der Grenze werde ich so herzlich begrüßt wie selten zuvor. Mit Magenschmerzen und leicht genervt erreiche ich den Grenzübergang nach Sierra Leone und werde mit "Welcome in Sierra Leone, you can speak English now" und einem Lächeln begrüßt. Schnell sind die schlechten Gedanken verschwunden und ich erfahre Herzlichkeit und Gastfreundschaft wie in kaum einem anderen mir bekannten Land. Ich darf bei Locals im Dorf für einige Tage wohnen, organisiere weitere Visa für meine Reise und fühle mich als Teil des Landes (Zitat eines Soldaten an einer Kontrolle "Welcome to Sierra Leone, you are not only a Guest, you are one of us now"). Ich bin begeistert und nachdenklich zugleich. Denn Sierra Leone hat in nicht allzu fernen Vergangenheit einen schweren Bürgerkrieg erlebt. Die Spuren davon sind bis heute zu sehen.
Fakten
Learning
Vorurteile halten selten stand: Genervt und mit Magenschmerzen kam ich an der Grenze an – und wurde herzlicher empfangen als fast überall sonst. Sierra Leone hat mir gezeigt, dass Gastfreundschaft und eine schwere Vergangenheit sich nicht ausschließen, und dass die größten Überraschungen oft dort warten, wo man sie am wenigsten erwartet.
Station 8
Das Visum für Liberia zu bekommen war eine echt Herausforderung. Ich musste lange mit einem Botschafter diskutieren und wollte beinahe aufgeben. Nach einiger Zeit konnten wir uns jedoch einigen und ich bekam den Stempel! Von Sierra Leone nach Liberia ging es dann relativ einfach und ohne Probleme. Ich finde hier traumhafte Strände und lebe für eine Weile an einem abgelegenen Strand und gehe jeden Tag surfen. Für eine Weile mache ich Urlaub und lebe im Paradies. Ich treffe nette Locals und erfahre auch hier wieder wie ein Land mit Bürgerkrieg in der nahen Vergangenheit umgeht. Einzig mein Wunsch Südafrika zu erreichen lässt mich dieses wunderbare Land wieder verlassen.
Fakten
Learning
Dranbleiben zahlt sich aus: Ohne die zähe Diskussion um mein Visum hätte ich dieses Paradies nie gesehen. Liberia hat mir gezeigt, wie schwer es fallen kann, einen Ort wieder zu verlassen, an dem alles stimmt und dass ein großes Ziel manchmal genau diese Konsequenz verlangt.
Station 9
Supermärkte! Zwischen Senegal und Liberia waren diese kaum vorhanden und ich lerne diese zu schätzen wie nie zuvor. Die Elfenbeinküste fühlt sich leichter an als die vorherigen Länder. Ich besuche mal wieder Hotels und erkunde die schöne Küste. Zum Zelten wurden die Nächte stellenweise zu heiß und die Auswahl an Unterkünften war größer als vorher. Reisen an heißen Tagen kostet mich aktuell sehr viel Energie und ich lerne nur langsam damit umzugehen. Dennoch ändert sich meine Art zu Reisen hier etwas. Ich gehe das Reisen in der Elfenbeinküste lockerer an und verbringe ein paar Tage an der schönen Küste bei Assinie.
Fakten
Learning
Komfort ist kein Verrat am Abenteuer: Nach Wochen ohne Supermarkt und mit heißen Zelt-Nächten habe ich gelernt, kleine Annehmlichkeiten wieder bewusst zu schätzen. Die Elfenbeinküste hat mir gezeigt, dass es völlig in Ordnung ist, eine Etappe auch mal locker anzugehen.
Station 10
Ghana wird zum großen Wendepunkt meiner Reise. Ich lebe für eine Woche in einem Hotel nahe am Strand, gehe viel surfen und habe schon relativ schnell kleine Routinen aufgebaut. Genau das habe ich gesucht. Ich fühle mich wieder wie im Paradies. Ghana ist touristischer als die bisherigen Länder und ich genieße den Austausch mit Reisenden und die gute Küche! Nach einer Woche bekomme ich jedoch schlagartig Fieber und liege komplett flach. Glücklicherweise hat der Ort in dem ich lebe eine kleine Klinik. Trotzdem muss ich die "tropische Infektion / keine Malaria" auskurieren und zweifle an meinem weiteren Vorhaben. Die kommenden Länder werden den Aussichten nach deutlich anspruchsvoller als gedacht. Mit Fieber und negativen Gedanken plane ich einen Abbruch der Reise. Ich bin schon auf dem Weg alles zu organisieren, als ich langsam wieder zu Kräften komme. Ich weiß bis heute nicht genau woher der Sinneswandel kam, aber er kam! Ich entscheide mich trotzdem weiterzufahren und nicht abzubrechen. Ich ändere meinen Fokus jetzt und reise schneller als bisher. Ich lerne, dass Entscheidungen das leben einfacher machen können. Bis hierher habe ich den längeren Aufenthalt in den Ländern sehr genossen und werde auch für künftige Reisen mehr Fokus darauf legen länger an einem Ort zu bleiben. Jetzt bin ich aber auf einer selbstauferlegten Mission: Südafrika mit dem Motorrad erreichen. Mit neuer Motivation startet also die zweite Hälfte meiner Reise!
Fakten
Learning
Der größte Wendepunkt der Reise: Fieber, Selbstzweifeln und die Idee die Reise abzubrechen im Kopf. Trotzdem kam die Kraft zurück ohne dass ich genau sagen kann woher. Ghana hat mir gezeigt, wie viel leichter Entscheidungen das Leben machen können, sobald man sie einmal trifft. Mit neuem Fokus begann hier die zweite Hälfte meiner Reise.
Station 11
Leider durchreise ich Togo sehr schnell. Gerade mal eine Nacht verbringe ich in diesem wundervollen Land. Mit mehr Zeit wäre ich gerne länger geblieben. Aber meine Motivation voranzukommen ist größer. Ich erlebe einen der heißesten Tage auf dieser Reise und versuche meiner Energie zu sparen. Mein kurzer aber intensiver Aufenthalt in Togo bleibt in guter Erinnerung.
Fakten
Learning
Kurz kann trotzdem intensiv sein: Nur eine Nacht in Togo und trotzdem bleibt sie in guter Erinnerung. Ich habe gelernt, dass die Länge eines Aufenthalts nichts darüber aussagt, wie viel er einem gibt, solange man mit offenen Augen unterwegs ist.
Station 12
Benin wird zu einem logistischen und organisatorischen Hotspot. In Cotonou kläre ich so viele Visa-Themen wie in keinem anderen Land zuvor. Ich erlebe Voodoo hautnah und entdecke den Dantokpa Market, den größten Markt Westafrikas. Das kleine Land hat so viel zu bieten, dass ich kaum hinterherkomme zwischen meinen Terminen in Botschaften und Behörden alles zu entdecken. Mit guter Struktur und richtiger Prioritätensetzung schaffe ich es aber eine gute Balance zwischen Organisation und Ausflügen zu finden. Die meiste Zeit verbringe ich in Cotonou und bin begeistert von dieser Stadt. Ein weiteres Highlight ganz in der Nähe: Das Stelzendorf Ganvié mit einer kleinen Piroge besuchen.
Fakten
Learning
Struktur schafft Freiraum: Zwischen Botschaftsterminen und Behördengängen hätte Benin leicht im Organisationsstress untergehen können. Stattdessen habe ich gelernt, dass gute Priorisierung genau den Raum schafft, den es braucht, um trotzdem etwas von der Voodoo-Kultur, Märkten und dem Stelzendorf zu erleben.
Station 13
Ich reise mit großen Respekt nach Nigeria ein. Die Nachrichten und Gerüchte um dieses Land klingen stellenweise alles andere als einladend. Ich beschäftige mich intensiv mit der Sicherheitslage in diesem Land bevor ich es betrete und finde heraus, dass ein so großes Land nur schwer mit einem einzigen Risiko bewertet werden kann. Mit differenzierter Betrachtung lässt sich aber ein guter Weg durch dieses Land weiter entlang der Küste finden, in welchem das Sicherheitsrisiko deutlich geringer als im Norden ist. Ich erlebe viel Straßenverkehr und so viele Militärkontrollen wie in keinem anderen Land auf dieser Reise. Ich bin hier ausnahmsweise weniger auf Entdeckungstouren als bisher und halte mich eher direkt an der Hauptroute. Trotzdem erlebe ich wieder komplett neue Eindrücke aus einem sehr interessanten Land Westafrikas.
Fakten
Learning
Differenzieren statt pauschalisieren: Die Nachrichtenlage zu Nigeria klang wenig einladend. Erst die genaue Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Sicherheitslage hat mir gezeigt, dass sich ein großes Land nicht mit einem einzigen Risiko-Etikett beschreiben lässt. Ich gehe kalkulierbare Risiken ein.
Station 14
Um von Nigeria nach Kamerun einzureisen gab es für mich 3 Möglichkeiten: Ein Weg durch den Dschungel, ein Militärkonvoi entlang der Hauptroute oder eine Überfahrt per Boot. Nach vielem hin und her überlegen um Austausch mit Reisenden wurde es der Militärkonvoi, weil starker Regen den Dschungel weg unpassierbar macht und eine Bootsreise zu hohe Risiken birgt und vor allem sehr teuer wäre. Ein Abenteuer für sich und der verrückteste Start in ein Land auf dieser Reise. Auch wenn alles etwas chaotisch ablief habe ich mich im Konvoi nie unsicher gefühlt. Trotzdem war diese Grenze der größte Angstpunkt meiner Reise. Angekommen in Kamerun wurde ich aber sofort belohnt. Ich komme erst spät am Abend im Dunkeln am Ende des Konvois an und schlafe direkt im Hotel ein. Erst am nächsten Morgen sehe ich dass ich direkten Blick auf den Mount Cameroon habe! Ich kam vom ersten Moment an super mit dem Land klar und habe die Landschaft, das angenehmere Klima und das gute Essen zelebriert. Zwischen heftigen Regenfällen und atemberaubenden Landschaften habe ich Kamerun einmal durchquert und viele Orte mit Rückkehrpotential gefunden.
Fakten
Learning
Die Angst vor der Grenze war größer als die Grenze selbst: Der Militärkonvoi war der unsicherste Moment der ganzen Reise und trotzdem habe ich mich nie wirklich in Gefahr gefühlt. Kamerun hat mir gezeigt, dass die Vorstellung eines Risikos oft bedrohlicher ist als die Situation selbst und dass die größte Belohnung oft direkt hinter der größten Sorge wartet.
Station 15
Kongo oder genauer gesagt die Republik Kongo überraschte mich mit sehr angenehmen Temperaturen, ab und zu heftigem Regen und den größten Dschungel Abschnitt auf meiner Reise. Ich habe wieder herzliche Menschen getroffen und bin über eine sehr gut ausgebaute Straße hunderte Kilometer durch den Wald gefahren. Vor einigen Jahren gab es diese Straße noch nicht und ich war überrascht wie gut ich hier fahren konnte. Trotzdem habe ich es auf meinem Weg mehrmals geschafft mich auf der Suche nach Zeltplätzen abseits der Hauptstraße festzufahren. Das Land hat mir tortzdem sehr viel Energie zurückgegeben und ich habe einen perfekten Reisemodus zwischen fahren, zelten und genießen gefunden. Einzig Benzin zu finden war hier eine echte Herausforderung, denn viele Tankstellen haben hier manchmal wochenlang kein Benzin oder Diesel. Hier ist Geschick und Geduld gefragt.
Fakten
Learning
Den eigenen Rhythmus finden: Zwischen Fahren, Zelten und Genießen hat sich im Kongo ein Gleichgewicht eingestellt, das sich einfach richtig angefühlt hat. Auch die gut ausgebaute Straße durch den Dschungel, hat mir gezeigt, wie schnell sich Annahmen über ein Land überholen können.
Station 16
Auf Angola habe ich mich die ganze Zeit schon gefreut. Als ich über die Exklave Cabinda per Boot endlich einreisen konnte, war vorerst die letzte Größe Hürde geschafft. Ab hier gab es keine logistischen Schwierigkeiten mehr und Kapstadt war ab jetzt eine reine Frage des Durchhaltens. Ich habe für mich innerlich gefeiert und konnte meine Zeit in Angola genießen. Ich habe wunderbare Strände für mich alleine entdeckt und so gut wie jede Nacht gezeltet. Auch hier konnte man Spuren des Bürgerkrieges sehen, bis hin zu immernoch verminten Landabschnitten und Panzerwracks. Trotz der Vergangenheit ist auch Angola ein Land mit sehr einladenden und herzlichen Menschen. Hier kam wie in vielen Länder zuvor auch mal wieder die Frage auf: Worauf lege ich meinen Fokus? Sollte ich hier mehr Zeit verbringen um zu entdecken und zu bleiben oder sollte ich weiter in Richtung Kapstadt fahren um dort mit genügend Zeit anzukommen? Diese Frage habe ich mir sehr oft gestellt und Angola hat es mir nicht leicht gemacht trotzdem meinen Plan weiter zu verfolgen. Kapstadt ist jetzt zu nah um zu riskieren dort nicht rechtzeitig anzukommen. Ich komme zurück!
Fakten
Learning
Nicht alles muss jetzt entdeckt werden: Angola hat es mir schwer gemacht, am Plan festzuhalten. So viel gab es hier zu sehen und so nah war Kapstadt schon. Ich habe gelernt, dass man ein Land auch genießen kann, ohne es bis zum letzten Winkel auszukosten. "Ich komme zurück" war am Ende die richtige Entscheidung, keine Ausrede.
Station 17
An der Grenze zu Namibia treffe ich Andy. Wir hatten uns schon vorher gesehen und per Zufall direkt an der Grenze im Immigration Office wieder getroffen. Ein Zeichen! Wir fahren zusammen weiter und dank Andys Kenntnisse über Namibia erfahre ich mehr von dem Land als ich alleine hätte sehen können. Wir fuhren zusammen einige Umwege über endlose Schotterpisten und erkundeten ein paar Highlights des Landes. Unter Umständen wäre ich alleine nicht zum Sossusvlei gefahren. Ich bin froh es gesehen zu haben! Die Zeitplanung hätte also nicht besser sein können. Zu zweit war reisen komplett anders und wir haben sehr schnell einen gemeinsamen Modus gefunden und das ohne, dass wir großartig von unseren eigenen Plänen dafür abweichen mussten. Für kurze Zeit reisen wir sogar zu viert! Im April/Mai war Namibia im Vergleich zum sehr heißen Westafrika sehr angenehm zu bereisen. Auch das hat die vorletzte Etappe nochmal richtig intensiv gemacht.
Fakten
Learning
Geteilte Wege verändern die Reise: Der zufällige Wiedersehen mit Andy an der Grenze hat Namibia zu etwas gemacht, das ich alleine nie so erlebt hätte. Ich habe gelernt, dass Gesellschaft nicht nur die Reise leichter macht, sondern auch den Blick auf ein Land verändert.
Station 18
Südafrika war das Ziel einer langen Reise. Endlich dort zu sein war erst einmal nicht real für mich. Ich war froh mit Andy zusammen dort anzukommen. Das erste mal den Tafelberg zu sehen und zu realisieren, dass die gesamte Strecke von Deutschland bis hierher jetzt hinter mir liegt war ein unwirkliches Gefühl. Trotz der Herausforderungen und Hindernisse bin ich dennoch hier angekommen. Das Abenteuer endet irgendwie und geht in einen Urlaub über. Die verbleibenden 3 Wochen bis zum Rückflug verbringe ich mit meiner Freundin entlang der Garden Route. Wir sehen endlich Tiere im Nationalpark und ich komme langsam in einen anderen Reisemodus. Südafrika hat viel zu bieten: Strände, Surfspots, wilde Tiere, Wein und abenteuerliche Landschaften. Eine letzte Aufgabe bleibt noch zu erledigen: Das Motorrad muss zurück nach Deutschland. Glücklicherweise finde ich schnell eine gute Möglichkeit zum verschiffen und kann die letzte Tage bis zum Rückflug ohne Todos erleben. Wie geht es jetzt weiter? Genau diese Frage führt mich dazu diese Seite zu gestalten und die Youtube Videos zu machen. Ich nehme viel von diesem Abenteuer mit und möchte es lebendig halten. Ich bin der Meinung, dass man viel aus solchen Erlebnissen lernen kann. Mit neuen Erkenntnissen geht es erst einmal zurück nach Deutschland. Aber die nächsten Abenteuer warten bereits...
Fakten
Learning
Ankommen ist kein Ende, sondern ein Übergang: Der erste Blick auf den Tafelberg fühlte sich surreal an. Die ganze Strecke von Deutschland lag plötzlich hinter mir. Das Abenteuer ging nahtlos in einen Urlaub über, aber die eigentliche Erkenntnis bleibt: Aus einer Reise wie dieser nimmt man mehr mit, als man in dem Moment begreift. Genau deshalb gibt es jetzt diese Seite.